RASEN BEWÄSSERN

Rasen richtig bewässern: Nicht möglichst oft – sondern möglichst sinnvoll

Beim Bewässern des Rasens wird häufig nach Minuten gefragt: „Wie lange muss der Rasensprenger laufen?“ Die entscheidendere Frage lautet aber: Wie viel Wasser kommt tatsächlich auf dem Boden an? Denn Regner, Wasserdruck, Boden und Wetter unterscheiden sich teilweise erheblich.

Der häufigste Fehler: jeden Tag ein bisschen Wasser

Kurzes tägliches Bewässern hält häufig nur die oberste Bodenschicht feucht. Das Wasser dringt dann nicht weit genug in den Boden ein.

Für einen etablierten Rasen ist das meist ungünstig: Die Wurzeln finden Wasser überwiegend nahe der Oberfläche und haben weniger Anlass, tiefer in den Boden vorzudringen. Dadurch kann die Grasnarbe gegenüber Trockenperioden empfindlicher werden.

Für einen bestehenden Rasen gilt deshalb meist: lieber seltener und gründlicher bewässern als jeden Abend nur wenige Minuten.
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Wassermenge statt Bewässerungszeit beachten

Eine Angabe wie „30 Minuten bewässern“ ist ohne weitere Informationen wenig aussagekräftig.

Ein leistungsstarker Regner kann in 30 Minuten deutlich mehr Wasser verteilen als ein kleiner Regner mit geringerem Wasserdurchsatz. Auch Wasserdruck, Wurfweite und Flächenüberschneidungen beeinflussen die tatsächliche Menge.

Deshalb ist es sinnvoller, die Wassermenge in Litern pro Quadratmeter beziehungsweise Millimetern Niederschlag zu betrachten.

1 Millimeter Niederschlag entspricht 1 Liter Wasser pro Quadratmeter.
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Wie viel Wasser braucht ein Rasen?

Als grobe Orientierung kann ein etablierter Hausrasen während trockener Sommerperioden je nach Boden, Temperatur, Sonneneinstrahlung und Grasbestand ungefähr 15 bis 25 Liter Wasser pro Quadratmeter und Woche benötigen.

Das ist aber keine feste Vorgabe. Nach ergiebigem Regen kann zusätzliche Bewässerung komplett unnötig sein. Bei großer Hitze, starkem Wind oder sehr durchlässigem Boden kann der Wasserbedarf dagegen höher liegen.

Entscheidend ist deshalb nicht, jede Woche automatisch dieselbe Menge auszubringen, sondern den tatsächlichen Zustand des Bodens und des Rasens zu berücksichtigen.

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Lieber gründlich als oberflächlich bewässern

Ziel einer Bewässerung ist nicht nur, die Blattoberfläche anzufeuchten. Das Wasser soll in den durchwurzelten Bodenbereich gelangen.

Wird ausreichend Wasser auf einmal ausgebracht, kann es tiefer einsickern und steht den Wurzeln dort länger zur Verfügung. Gleichzeitig trocknet die Bodenoberfläche zwischen den Bewässerungen wieder etwas ab.

Das fördert in der Regel eine robustere Durchwurzelung als dauerhaft oberflächlich feuchter Boden.

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Die Bodenart entscheidet mit

Nicht jeder Boden nimmt Wasser gleich schnell auf und speichert es gleich lange.

Sandiger Boden

Sandige Böden lassen Wasser schnell versickern, speichern aber vergleichsweise wenig davon. Hier können etwas häufigere Bewässerungen mit kleineren Einzelmengen sinnvoll sein.

Lehmiger oder toniger Boden

Schwerere Böden speichern Wasser besser, nehmen große Wassermengen aber teilweise langsamer auf. Wird schneller bewässert, als der Boden Wasser aufnehmen kann, läuft es oberflächlich ab.

Die richtige Bewässerung hängt deshalb immer auch davon ab, wie schnell dein Boden Wasser aufnehmen und speichern kann.
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Bei schlechtem Einziehen in Intervallen bewässern

Besonders auf schweren Böden oder an Hanglagen kann es passieren, dass Wasser oberflächlich abläuft, bevor die gewünschte Menge aufgenommen wurde.

Dann ist es sinnvoll, die benötigte Wassermenge auf mehrere kürzere Bewässerungsintervalle aufzuteilen.

Beispiel: Statt einen Bereich 45 Minuten ohne Unterbrechung zu beregnen, können drei kürzere Durchgänge mit Pausen dazwischen sinnvoller sein.

Während der Pause kann das bereits ausgebrachte Wasser einsickern. Anschließend wird weiter bewässert.

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Am besten morgens bewässern

Der frühe Morgen ist für die Rasenbewässerung meistens der günstigste Zeitpunkt.

Die Temperaturen sind noch vergleichsweise niedrig und die Verdunstungsverluste geringer als während der heißen Mittagsstunden.

Gleichzeitig kann die Grasoberfläche anschließend wieder abtrocknen.

Ist Bewässern am Abend verboten?

Nein. Wenn der Rasen dringend Wasser benötigt, ist eine abendliche Bewässerung deutlich besser, als ihn austrocknen zu lassen.

Dauerhaftes Bewässern spät am Abend oder nachts kann jedoch dazu führen, dass die Blätter über viele Stunden feucht bleiben. Zusammen mit passenden Temperaturen kann lange Blattnässe bestimmte Rasenkrankheiten begünstigen.

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Nicht automatisch bei den ersten Trockenzeichen wässern

Ein gesunder Rasen muss nicht permanent sattgrün und dauerhaft feucht gehalten werden.

Leichte Trockenphasen können durchaus sinnvoll sein. Entscheidend ist, starken Trockenstress rechtzeitig zu erkennen.

Typische Hinweise können sein:

  • Grashalme richten sich nach dem Betreten nur langsam wieder auf.
  • Fußspuren bleiben länger sichtbar.
  • Der Rasen verändert seine Farbe in Richtung mattes oder bläulich-grünes Grün.
  • Die Blätter beginnen sich einzurollen.

Spätestens dann sollte geprüft werden, ob der Boden im Wurzelbereich tatsächlich trocken ist.

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Bei Hitze nicht einfach täglich bewässern

Hohe Temperaturen erhöhen den Wasserverbrauch des Rasens, aber daraus folgt nicht automatisch, dass jeden Tag beregnet werden muss.

Wichtiger ist, ausreichend Wasser im Wurzelraum verfügbar zu halten.

Bei großer Hitze kann außerdem eine etwas höhere Schnitthöhe helfen. Mehr Blattmasse beschattet den Boden stärker und kann die direkte Erwärmung und Austrocknung der Bodenoberfläche reduzieren.

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So misst du die tatsächliche Wassermenge

Eine einfache Methode sind mehrere gleichartige, flache Gefäße oder Regenmessbecher, die während der Bewässerung auf der Rasenfläche verteilt werden.

Nach dem Bewässern wird gemessen, wie hoch das Wasser in den einzelnen Gefäßen steht.

Dadurch erkennst du gleichzeitig zwei Dinge:

  • wie viel Wasser tatsächlich auf der Fläche angekommen ist,
  • wie gleichmäßig dein Regner die Fläche bewässert.
Wenn einige Messstellen beispielsweise 15 Millimeter und andere nur 5 Millimeter erhalten, liegt das Problem nicht unbedingt an der Bewässerungsdauer, sondern an der Wasserverteilung.
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Regen unbedingt mit einrechnen

Eine automatische Bewässerung sollte nicht unabhängig vom tatsächlichen Wetter laufen.

Hat es bereits ausreichend geregnet, muss diese Wassermenge von der zusätzlich notwendigen Bewässerung abgezogen werden.

Ein Regenmesser, eine Wetterstation oder entsprechend eingebundene Sensorik kann dabei helfen.

Das spart Wasser und reduziert gleichzeitig das Risiko einer dauerhaft zu nassen Rasenfläche.

Achtung: Neue Saat ist eine Ausnahme

Für eine frisch ausgesäte Rasenfläche gelten andere Regeln als für einen etablierten Rasen.

Während der Keimphase darf das Saatbett nicht austrocknen. Die jungen Keimlinge besitzen noch kein tiefes Wurzelsystem und können längere Trockenphasen nicht überbrücken.

Deshalb können bei einer Neusaat mehrere kurze Bewässerungen pro Tag notwendig sein.

Sobald sich der junge Rasen etabliert und stärker durchwurzelt, sollte die Bewässerung schrittweise auf längere Abstände und größere Einzelmengen umgestellt werden.

Kann man Rasen auch zu viel bewässern?

Ja. Dauerhaft nasser Boden ist nicht automatisch gut für den Rasen.

Ist der Porenraum des Bodens ständig mit Wasser gefüllt, steht den Wurzeln weniger Sauerstoff zur Verfügung. Gleichzeitig können dauerhaft feuchte Bedingungen bestimmte Krankheiten begünstigen.

Besonders problematisch wird es bei schlecht drainierten, verdichteten Böden oder bei ständigem Nachbewässern, obwohl der Boden noch ausreichend feucht ist.

Die häufigsten Fehler beim Rasenbewässern

  • Jeden Abend nur wenige Minuten bewässern.
  • Die Laufzeit des Regners mit der tatsächlichen Wassermenge verwechseln.
  • Nach einem festen Wochenplan bewässern, obwohl es geregnet hat.
  • Wasser schneller ausbringen, als der Boden es aufnehmen kann.
  • Nur sichtbare trockene Stellen betrachten, ohne die Bodenfeuchtigkeit zu prüfen.
  • Eine Neusaat genauso bewässern wie einen etablierten Rasen.
  • Den Rasen dauerhaft nass halten, weil mehr Wasser automatisch für besser gehalten wird.

Mein Fazit

Gute Rasenbewässerung bedeutet nicht, möglichst häufig Wasser auszubringen.

Entscheidend ist, dass ausreichend Wasser in den durchwurzelten Boden gelangt, ohne die Fläche dauerhaft nass zu halten.

Beobachte deshalb Boden, Wetter und Rasen – und miss im Zweifel nach, wie viel Wasser dein Regner tatsächlich verteilt.

Die wichtigste Regel lautet: Wassermenge nach Bedarf statt Bewässerung nach Uhr.